Projektbeschreibung und Ziele

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Projektbeschreibung und Ziele

Unfallbedingte Verletzungen der Zähne sind ein häufiges Ereignis. Von abgeschlagenen Zahnecken über locker bis vollständig ausgeschlagene Zähne reichen die Beobachtungen.
Vor allem sind obere Schneidezähne betroffen. Die Folgen können die Gesichtsästhetik erheblich beeinträchtigen und dadurch sogar zu psychischen Erkrankungen führen.
Die Behandlung der Verletzungsfolgen kann extrem aufwändig, sehr belastend und teuer sein.

Meist sind die Milchzähne von Kleinkindern und die bleibenden Zähne von Kindern und Jugendlichen betroffen, die – ihrem natürlichen Bewegungsdrang folgend – vor allem in Stürze verwickelt sind. Die Unfälle ereignen sich vornehmlich im häuslichen Umfeld, im Schwimmbad, in der Schule und beim Sport. Unfallbedingter Zahnverlust bedeutet für diese Altersgruppe ausgerechnet in der Pubertät jahrelang zu tragende, oft unbefriedigend aussehende und nur eingeschränkt funktionierende Hilfskonstruktionen, da erst nach Abschluss des Wachstums definitiver Zahnersatz (z.B. Implantate) möglich ist.

3FlaschenABER – Ausgeschlagene Zähne können grundsätzlich mit besten Aussichten auf Einheilung und Dauererhalt wieder in den Kiefer zurückgepflanzt (replantiert) werden.
Voraussetzung ist, dass die empfindliche Wurzelhaut keinen Schaden nimmt. Ein solcher Schaden tritt bei falscher Lagerung innerhalb von Minuten ein.
Bis der Patient beim Zahnarzt ist, ist so viel Gewebe zerstört worden, dass an ein richtiges Einheilen nicht mehr zu denken ist. Nur das sofortige Retten ausgeschlagener Zähne in speziellen Lagerungsmedien ermöglicht der Wurzelhaut das Überleben über ausreichend lange Zeiträume. Genau für diesen Zweck wurde im Jahre 1994 die erste Zahnrettungsbox entwickelt (kleines Fläschchen gefüllt mit einer speziellen Zellnährlösung). Diese hat sich bereits über viele Jahre in wissenschaftlichen Studien und in einer Vielzahl von Zahnunfällen bewährt.

Ziele in Auszügen

  • Zähne in möglichst vielen Fällen retten und somit die Zahngesundheit der Betroffenen nach einem Zahnunfall erhalten
  • Entlastung der Leistungsträger Unfallkasse, GKV und PKV hinsichtlich der immensen, lebenslangen Folgekosten nach Zahnunfällen und nicht erfolgreicher Rettung der Zähne
  • Bundesweite Aufklärung in der Bevölkerung zum Thema Zahnunfall und Zahnrettung
  • Ausbau der Präsenz von Zahnrettungsboxen an sinnvoll ausgewählten Standorten
  • Nach einem Zahnunfall schnell und einfach die nächste Zahnrettungsbox finden
  • Schaffung einer nachhaltigen und wissenschaftlich basierten Zahnrettungsinfrastruktur
  • Aufbau einer zentralen Zahntrauma-Statistik

Die Vorteile dieses Projektes

  1. Es hat eine einfache, aber zugleich sehr effiziente Struktur
  2. Es wird wissenschaftlich durch zwei Universitäten begleitet (Uniklinikum Basel – Prof. Dr. med. dent. Andreas Filippi, Uniklinikum Graz – Univ. Prof. Dr. med. dent. Kurt Ebeleseder)
  3. Es benötigt keine lange Anlaufzeit, innerhalb von wenigen Wochen ist dieses Projekt in jeder Stadt, Gemeinde oder Landkreis implementiert
  4. Es wirkt sofort und entlastet in kürzester Zeit Unfallkassen, gesetzliche und private Krankenversicherungen
  5. Es vernetzt eine komplette Stadt zum Wohle aller Beteiligten (Schulen, Schwimmbäder, Kitas, Sportvereine, Zahnärzte, Apotheken, Gesundheitsämter, Rettungsdienste, Familien mit Kindern, Sportler etc.)

Umsetzung – Implementierung einer Zahnrettungsinfrastruktur in einer Stadt/Gemeinde/Landkreis

  1. Wir stellen uns die Frage, wo und wann in einer Stadt/Gemeinde/Landkreis ein Zahnunfall passieren könnte
  2. Diese Zahnunfallrisiko-Punkte werden in einer Projektplanungskarte eingeblendet
  3. Diverse Zahnunfallszenarien werden dann in dieser Karte nach Zeitpunkt und Standort simuliert
  4. Erstes Ziel ist im Anschluss die Platzierung von Zahnrettungsboxen am Zahnunfallrisiko-Punkt direkt und bei speziellen Punkten, die Platzierung in der Nähe mit einer Erreichbarkeit von max. 5-10 Minuten
  5. Informationsveranstaltung zum Projekt
  6. Konkrete Ausgabe der Zahnrettungsboxen und Veröffentlichung gemeinsam mit allen Projektpartnern
  7. Offizielle Übergabe der Zahnrettungsinfrastruktur an die Stadt/Gemeinde/Landkreis und Beginn der wissenschaftlichen Begleitung
  8. Benutzte Zahnrettungsboxen werden innerhalb von 72 Stunden nach Unfallmeldung kostenfrei ersetzt